Bürgergemeinschaft Bergisch Gladbach Raum - Lückerath
Bürgergemeinschaft Bergisch Gladbach Raum - Lückerath

Ehrenmal

Das Ehrenmal in Lückerath

von Gerhard Ommer und Julius Blaß
im Mai 2004

(dort sind auch die Originalfotos einzusehen)

Das Ehrenmal in Lückerath wird in diesem Jahr 145 Jahre alt. Im Jahre 1859 stiftete der wohlhabende Lückerather Grundbesitzer und Junggeselle Gottfried Röhrig (* 19.7.1804 +6.9.1863 ) dieses ursprüngliche Wegekreuz und ließ es an der Kreuzung Lückerather Weg und Am Fürstenbrünnchen neben dem heutigen Wohnhaus Breil errichten. Gottfried Röhrig wohnte im Haus Altlückerath 12 ( heute Grundstück links neben dem Restaurant Am Fürstenbrünnchen ) und erlebte seine Stiftung nur 4 Jahre. Er war ein Vorfahre der heute noch in Lückerath wohnenden Familien Ommer und Blaß.
Dieses Wegekreuz wurde über die Jahre und Jahrzehnte hinweg zum Mittelpunkt von Lückerath. Hier wurde zu Kriegszeiten am Abend für die gesunde Heimkehr der aus Lückerath stammenden Soldaten gebetet (im 2.Weltkrieg meist unter Leitung von Anna Höck ) oder es war allgemein der Treffpunkt der Jugendlichen. Bis ins Jahr 1930 wurde das Wegekreuz von der Nachbarschaft gepflegt und geschmückt.
Am 23. November 1930 wurde in der Gaststätte Rübkamp ( heute "Zur alten Stadtgrenze" ) in Lückerath der Junggesellenverein Bergisch Gladbach-Lückerath gegründet. Dieser Verein hatte sich  die Aufgabe gegeben "das Zieren des Kreuzes in Lückerath und die der daran grenzenden Wege zu schmücken bei Gelegenheit der Pfarrprozession und für evtl. Reparaturen des Kreuzes Sorge zu tragen ". So der Text der Niederschrift der Gründungsversammlung. Die Mitglieder beschlossen weiter, das Wegekreuz zu einem Ehrenmal zum Gedenken der im 1. Weltkrieg gefallenen Lückerather Männer auszubauen.
Dem aus Sandstein gefertigten Wegekreuz wurde zu jeder Seite ein aus Rotsandstein geschlagener Flügel beigefügt. Diese beiden Flügel tragen die Namen der 15 im 1. Weltkrieg gefallenen Lückerather Männer. Bildhauer und Steinmetz war der Lückerather Christoph Schmitt. Auch wurde der Christuskörper (Kosten ca. 10 -15 RM ) erneuert , der den Mitgliedern in den vergangenen 70 Jahren "veraltet" vorkam.
Bezahlt wurden diese Veränderungen aus der eingerichteten Vereinskasse ( Mitgliedsbeitrag pro Mann und Monat 0.50 RM , ab dem 2.3.31 nur noch 0.30 RM ) und Spenden der Lückerather Bürger.
Der erste gewählte Vorstand setzte sich zusammen aus Fritz Unterbörsch, Wilhelm Werheit, Peter Höck, Franz Finck, Johann Molitor und Hubert Muhrmann.

 

 

3.5.1931, Einweihung der Gedächtnisstätte durch den Junggesellenverein, v.l.: Peter Metzen, Karl Kasprzikowski, Peter Burger, Peter Schmitz, August Neuhaus, Hubert Lurz, Franz Fink. Heinrich Flemm, Willi Dreck, Willi Heidkamp, Peter Höck, Willi Fink, Frit

Am Nachmittag des 3.5.1931 wurde das "neue" Ehrenmal unter Mitwirkung des Bergisch Gladbacher Bürgermeisters Weber , dem Pfarrrektor Koerntgen , dem Bensberger Musikverein, dem Kirchenchor Heidkamp und natürlich allen Lückerather Bürgern feierlich eingeweiht . Im Juni 1931 besuchte dann zu Fronleichnam die Pfarrprozession von Heidkamp aus das festlich geschmückte und mit einem Altar versehene Ehrenmal. Von nun an fand die Prozession im Turnus von 3 Jahren den Weg nach Lückerath bis zum 3. Juni 1999. Und immer war das Ehrenmal, wie Bilder beweisen, prächtig geschmückt. Zuständig für Pflege, Unterhaltung und Schmücken waren nun die Mitglieder des Junggesellenvereins.

Bild links:    7.5.1931 Altaranlage der Pfarrprozession, errichtet vom Junggesellenverein

Bild rechts: Juni 1937 Altar der Prozession

30.6.1946: prächtige Altaranlage, vom Heimatverein errichtet (die Prozession wurde kurz vor Auszug aus der Heidkamper Kirche von der amerikanischen Militärpolizei verboten)

Durch Heirat und Umzug verlor der Junggesellenverein in den folgenden Jahren eine große Anzahl von Mitgliedern, sodass man sich im Jahre 1936 dazu entschloss, den Namen Junggesellenverein aufzugeben und sich in Heimatverein Lückerath umzubenennen. Jetzt konnten alle Lückerather Bürger Mitglied werden, was auch zahlreich genutzt wurde. Die Pflege und Sauberhaltung lag nun in den Händen der Mitglieder des Heimatvereins Lückerath.
Der 2. Weltkrieg forderte gerade von den Lückerather Bürgern ein großes Blutopfer. Fast keine Familie blieb von dem Verlust eines Angehörigen verschont. Insgesamt 36 Männer und auch Frauen fanden den Tod.
Schon in der ersten Versammlung des HVL nach dem Krieg am 14.10.1945 unter der Leitung von Peter Berg beschloss man eine Rückverlegung des alten Ehrenmals, um mehr Platz für die Neuanschaffung von Marmorplatten für die Namen der Gefallenen zu schaffen. Aber Geldmangel und auch Schwierigkeiten bei der Beschaffung der Baumaterialien verzögerten den Neubau immer wieder. Es dauerte insgesamt 5 1/2 Jahre bis der Neubau des Ehrenmals fertig war. Die feierliche Enthüllung und Einweihung des neuen Ehrenmals fand dann am 13.5.1951 unter Beteiligung des Bürgermeisters der Stadt Bergisch Gladbach, den Vertretern der beiden Glaubensrichtungen und natürlich allen Lückerather Bürgern statt.

Einweihung der neuen Gedächtnisstätte mit den Tafeln der im 2.Weltkrieg gefallenen Lückerather Soldaten, 1953

Die Umbauarbeiten kosteten 743,-DM, von welchem der Steinmetz Toni Richerzhagen aus Refrath für die Fertigstellung von 6 Marmorplatten mit den eingravierten Namen der Gefallenen 350,-DM erhielt. Bezahlt wurden die Kosten aus der Vereinskasse des HVL und durch Spenden der Lückerather Bürger.

1953, Einweihung des neuen Ehrenmals

Im Zuge des Straßenneubaus des Lückerather Weges im Jahre 1954 erhielt das Ehrenmal ein neues Aussehen. Da die Straße ca 1.5o m tiefer gelegt wurde, musste ein Treppenaufgang aus Bruchsteinplatten angelegt werden. In diesem Zustand verweilte das Ehrenmal unverändert 17 Jahre.

Das Ehrenmal um 1967

Ende 1970 benachrichtigte die Stadt Bergisch Gladbach den HVL , dass man beabsichtigt, den Kreuzungsbereich Lückerather Weg - Am Fürstenbrünnchen auszubauen und daher das Ehrenmal zu verlegen sei. Der Vorstand bestehend aus Peter Berg , Alex Wichmann und Werner Wigger verhandelte mit der Stadt und man einigte sich schweren Herzens auf die Verlegung des Ehrenmals an den heutigen Standort. Die Kosten der Verlegung trug allein die Stadt Bergisch Gladbach.
Die groben Bauarbeiten waren schon bis Allerheiligen 1971 abgeschlossen, sodass der HVL schon am neuen Standort seinen Ehrenkranz ablegen konnte. Endgültig eingeweiht wurde das neu errichtete Ehrenmal wie in Lückerath gewohnt von den Honoratioren der Stadt Bergisch Gladbach und der Kirchen am 3.6.1972. Die Pflege und Instandhaltung sowie das Schmücken anlässlich der Fronleichnamsprozession lag weiter in den Händen der Mitglieder des HVL .

3.6.1972, Neuanlage des Ehrenmals in Neuborn
Pfarrer Arntz mit seinen evangelischen Kollegen bei der Einsegnung, im Hintergrund der Quartettverein Lückerath

In der Mitte der 90 ziger Jahre wurde die Anlage jedoch nicht mehr gepflegt. Der Heimatverein Lückerath war am Ende und teilte der Stadt Bergisch Gladbach mit Schreiben vom 24.10.96 mit, dass durch den HVL keine Pflege des Ehrenmals mehr erfolgt. In diesem Jahr wurde das Ehrenmal von den Lückerather Familien G. Mäurer und Hebborn gesäubert.
Zwischenzeitlich trafen sich Wolfgang Görgen, Gerhard Ommer und Julius Blaß um zu beratschlagen, wie das vom Verfall bedrohte Ehrenmal zu retten sei. Man traf sich mit dem Leiter für die untere Denkmalpflege der Stadt Bergisch Gladbach, Herrn Stabenow, und dem Landeskonservator aus Bonn, Herrn Stürmer, am 17.10.1997 am Ehrenmal. Beide bestätigten, dass sich das Ehrenmal in einem miserablen Zustand befindet und so schnell wie möglich restauriert werden muss. Beide rieten uns, für das Ehrenmal den Eintrag in die städtische Denkmalliste zu beantragen.
G. Ommer und J. Blaß setzten sich zusammen und trugen aus ihren privaten Archiven 79 Anlagen zusammen, die mit dem Antrag auf Eintragung in die Denkmalliste des Bürgervereins Lückerath am 20.11.97 der Stadtverwaltung Bergisch Gladbach vorgelegt wurden. Am 11.5.98 benachrichtigte uns die Stadt, dass der Planungsausschuss am 25.3.98 den Eintrag des Ehrenmals in die Denkmalliste der Stadt Bergisch Gladbach unter der laufenden Nr. 158 beschlossen hat. Mit gleichem Schreiben wurde uns mitgeteilt, dass die Stadt sowohl Eigentümer des Ehrenmals als auch des Grundstücks ist , auf dem es steht ! Durch die Eintragung in die Denkmalliste ist der Erhalt der Anlage für alle Zukunft gesichert . Den 3 Initiatoren Görgen, Ommer und Blaß fiel ein Stein vom Herzen. Nun konnte man weitere Schritte zum Erhalt der Anlage in Angriff nehmen.
Bei einem weiteren Treffen mit den Herren Stabenow und Stürmer am 16.4.98 am Ehrenmal forderten beide die Sanierung schon im laufenden Jahr, da sonst der Verfall drohe. Gerhard Ommer lud mit Rundschreiben alle Lückerather Bürger zu einem Treffen am 26.5.98 im Restaurant Am Fürstenbrünnchen ein, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Die Veranstaltung war gut besucht und man einigte sich auf den Vorschlag der Initiatoren, einen gemeinnützigen Verein zu gründen.
Nachdem das Finanzamt nach Studium der vorgelegten Satzung des zu gründenden Ver-eins die Gemeinnützigkeit zugesprochen hatte, fand am 9.6.1998 die Gründungsversammlung des "Gemeinnützigen Vereins zur Erhaltung des Kriegerehrenmals Lückerath" im Restaurant Am Fürstenbrünnchen statt. In den Vorstand wurden gewählt:
Herr Klein-Reckinger, Herr Hoyer, Herr Metzen, Frau D. Müller und als Beisitzer die Herren Görgen, Ommer und Blaß.
Der Vorstand wurde sofort aktiv. Er holte Kostenvoranschläge für die Restaurierung ein und verhandelte gleichzeitig mit Herrn Stabenow über eine finanzielle Beteiligung der Stadt aus ihrem Denkmalfonds.
Die veranschlagten Kosten der Restaurierung des Bildstocks und des Sockels betrugen insgesamt 15300,-DM. Dem standen Einnahmen aus Vereinsbeiträgen, einer Straßensammlung in Lückerath, Spenden, Kreissparkasse (Kulturfonds) sowie der städtischen Beteiligung von 13700,-DM gegenüber. Bis auf 1600,-DM waren also die Restaurierungskosten gedeckt. Dieser Betrag sollte im folgenden Jahr 1999 aus den Mitgliedsbeiträgen bezahlt werden.
Mit der Restaurierung des Bildstocks mit Sockel wurde die Firma Hartmann beauftragt und die Firma Richerzhagen aus Refrath bekam den Zuschlag für die Gedenktafeln.
Die Arbeiten verliefen termingerecht und so konnte schon am 29.5.1999 das "runderneuerte" Ehrenmal im Beisein von Bürgermeisterin M.T. Opladen durch den Pfarrer Kern und Pastor Knuth neu eingesegnet werden.

Der Quartettverein Lückerath bildete dabei mit dem Trompeter Stefan Eiden den musikalischen Beitrag. Im Anschluß an die Einsegnung fand bei herrlichem Sommerwetter ein gemütliches Beisammmensein aller Lückerather bei Kaffee, Kuchen und diversen anderen Getränken  statt. Die Einnahmen dienten natürlich  der Deckung des Restaurierungsfehlbetrages.
Am 3.6.1999 besuchte dann erstmals unter großer Beteiligung der Lückerather Bürger die Fronleichnamsprozession aus Heidkamp das restaurierte Ehrenmal, um hier die heilige Messe zu feiern.
Durch das Zusammenlegen der Pfarrbezirke Heidkamp und Sand im Jahre 2000 unter Pfarrer Kern verändert sich der 3 jährige Turnus der Prozession in einen 6 jährigen Turnus. So wird aller Voraussicht nach erst im Jahre 2005 die Fronleichnamsprozession nach Lückerath kommen.

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