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Am 26.05.05 führte die
Fronleichnamsprozession ab St. Josef in Heidkamp
zum Ehrenmal in Lückerath.

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Informationen

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Das Ehrenmal in Lückerath |
von Gerhard Ommer und Julius Blaß
im Mai 2004
(dort sind auch die Originalfotos
einzusehen)
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Das
Ehrenmal in Lückerath wird in diesem Jahr 145 Jahre alt. Im Jahre 1859
stiftete der wohlhabende Lückerather Grundbesitzer und Junggeselle
Gottfried Röhrig (* 19.7.1804 +6.9.1863 ) dieses ursprüngliche Wegekreuz
und ließ es an der Kreuzung Lückerather Weg und Am Fürstenbrünnchen neben
dem heutigen Wohnhaus Breil errichten. Gottfried Röhrig wohnte im Haus
Altlückerath 12 ( heute Grundstück links neben dem Restaurant Am
Fürstenbrünnchen ) und erlebte seine Stiftung nur 4 Jahre. Er war ein
Vorfahre der heute noch in Lückerath wohnenden Familien Ommer und Blaß.
Dieses Wegekreuz wurde über die Jahre und Jahrzehnte hinweg zum
Mittelpunkt von Lückerath. Hier wurde zu Kriegszeiten am Abend für die
gesunde Heimkehr der aus Lückerath stammenden Soldaten gebetet (im
2.Weltkrieg meist unter Leitung von Anna Höck ) oder es war allgemein der
Treffpunkt der Jugendlichen. Bis ins Jahr 1930 wurde das Wegekreuz von der
Nachbarschaft gepflegt und geschmückt.
Am 23. November 1930 wurde in der Gaststätte Rübkamp ( heute "Zur alten
Stadtgrenze" ) in Lückerath der Junggesellenverein Bergisch
Gladbach-Lückerath gegründet. Dieser Verein hatte sich die Aufgabe
gegeben "das Zieren des Kreuzes in Lückerath und die der daran grenzenden
Wege zu schmücken bei Gelegenheit der Pfarrprozession und für evtl.
Reparaturen des Kreuzes Sorge zu tragen ". So der Text der Niederschrift
der Gründungsversammlung. Die Mitglieder beschlossen weiter, das Wegekreuz
zu einem Ehrenmal zum Gedenken der im 1. Weltkrieg gefallenen Lückerather
Männer auszubauen.
Dem aus Sandstein gefertigten Wegekreuz wurde zu jeder Seite ein aus
Rotsandstein geschlagener Flügel beigefügt. Diese beiden Flügel tragen die
Namen der 15 im 1. Weltkrieg gefallenen Lückerather Männer. Bildhauer und
Steinmetz war der Lückerather Christoph Schmitt. Auch wurde der
Christuskörper (Kosten ca. 10 -15 RM ) erneuert , der den
Mitgliedern in den vergangenen 70 Jahren "veraltet" vorkam.
Bezahlt wurden diese Veränderungen aus der eingerichteten Vereinskasse (
Mitgliedsbeitrag pro Mann und Monat 0.50 RM , ab dem 2.3.31 nur noch 0.30
RM ) und Spenden der Lückerather Bürger.
Der erste gewählte Vorstand setzte sich zusammen aus Fritz Unterbörsch,
Wilhelm Werheit, Peter Höck, Franz Finck, Johann Molitor und Hubert
Muhrmann. |

3.5.1931,
Einweihung der Gedächtnisstätte durch den Junggesellenverein, v.l.: Peter
Metzen, Karl Kasprzikowski, Peter Burger, Peter Schmitz, August Neuhaus,
Hubert Lurz, Franz Fink. Heinrich Flemm, Willi Dreck, Willi Heidkamp,
Peter Höck, Willi Fink, Fritz Unterbörsch, -Kreuz-, Willi Werheid, Hans
Dörper, Peter Dresbach, Johann Heiberg, Hans Kötter, Matthias Hart, Josef
Matissec, Julius Blaß, Hubert Muhrmann, Adolf Metzen, Josef Schwammborn,
unbekannt, Engelbert Kasprzikowski, Nikolaus Metzen |
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Am Nachmittag des 3.5.1931 wurde das "neue" Ehrenmal
unter Mitwirkung des Bergisch Gladbacher Bürgermeisters Weber , dem
Pfarrrektor Koerntgen , dem Bensberger Musikverein, dem Kirchenchor
Heidkamp und natürlich allen Lückerather Bürgern feierlich eingeweiht . Im
Juni 1931 besuchte dann zu Fronleichnam die Pfarrprozession von Heidkamp
aus das festlich geschmückte und mit einem Altar versehene Ehrenmal. Von
nun an fand die Prozession im Turnus von 3 Jahren den Weg nach Lückerath
bis zum 3. Juni 1999. Und immer war das Ehrenmal, wie Bilder beweisen,
prächtig geschmückt. Zuständig für Pflege, Unterhaltung und Schmücken
waren nun die Mitglieder des Junggesellenvereins. |
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17.5.1931 Altaranlage der Pfarrprozession,
errichtet vom Junggesellenverein |

Juni 1937 Altar der Prozession |

30.6.1946: prächtige Altaranlage, vom Heimatverein
errichtet (die Prozession wurde kurz vor Auszug von aus der Heidkamper
Kirche von der amerikanischen Militärpolizei verboten) |
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Durch Heirat und Umzug verlor der Junggesellenverein in
den folgenden Jahren eine große Anzahl von Mitgliedern, sodass man sich im
Jahre 1936 dazu entschloss, den Namen Junggesellenverein aufzugeben und
sich in Heimatverein Lückerath umzubenennen. Jetzt konnten alle
Lückerather Bürger Mitglied werden, was auch zahlreich genutzt wurde. Die
Pflege und Sauberhaltung lag nun in den Händen der Mitglieder des
Heimatvereins Lückerath.
Der 2. Weltkrieg forderte gerade von den Lückerather Bürgern ein großes
Blutopfer. Fast keine Familie blieb von dem Verlust eines Angehörigen
verschont. Insgesamt 36 Männer und auch Frauen fanden den Tod.
Schon in der ersten Versammlung des HVL nach dem Krieg am 14.10.1945 unter
der Leitung von Peter Berg beschloss man eine Rückverlegung des alten
Ehrenmals, um mehr Platz für die Neuanschaffung von Marmorplatten für die
Namen der Gefallenen zu schaffen. Aber Geldmangel und auch Schwierigkeiten
bei der Beschaffung der Baumaterialien verzögerten den Neubau immer
wieder. Es dauerte insgesamt 5 1/2 Jahre bis der Neubau des Ehrenmals
fertig war. Die feierliche Enthüllung und Einweihung des neuen Ehrenmals
fand dann am 13.5.1951 unter Beteiligung des Bürgermeisters der Stadt
Bergisch Gladbach, den Vertretern der beiden Glaubensrichtungen und
natürlich allen Lückerather Bürgern statt. |

Einweihung der neuen Gedächtnisstätte mit den Tafeln
der im
2.Weltkrieg gefallenen Lückerather Soldaten, 1953 |
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Die Umbauarbeiten kosteten 743,-DM, von welchem der
Steinmetz Toni Richerzhagen aus Refrath für die Fertigstellung von 6
Marmorplatten mit den eingravierten Namen der Gefallenen 350,-DM erhielt.
Bezahlt wurden die Kosten aus der Vereinskasse des HVL und durch Spenden
der Lückerather Bürger. |

1953, Einweihung des neuen Ehrenmals |
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Im Zuge des Straßenneubaus des Lückerather Weges im
Jahre 1954 erhielt das Ehrenmal ein neues Aussehen. Da die Straße ca 1.5o
m tiefer gelegt wurde, musste ein Treppenaufgang aus Bruchsteinplatten
angelegt werden. In diesem Zustand verweilte das Ehrenmal unverändert 17
Jahre. |

Das Ehrenmal um 1967 |
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Ende 1970 benachrichtigte die Stadt Bergisch Gladbach
den HVL , dass man beabsichtigt, den Kreuzungsbereich Lückerather Weg - Am
Fürstenbrünnchen auszubauen und daher das Ehrenmal zu verlegen sei. Der
Vorstand bestehend aus Peter Berg , Alex Wichmann und Werner Wigger
verhandelte mit der Stadt und man einigte sich schweren Herzens auf die
Verlegung des Ehrenmals an den heutigen Standort. Die Kosten der Verlegung
trug allein die Stadt Bergisch Gladbach.
Die groben Bauarbeiten waren schon bis Allerheiligen 1971 abgeschlossen,
sodass der HVL schon am neuen Standort seinen Ehrenkranz ablegen konnte.
Endgültig eingeweiht wurde das neu errichtete Ehrenmal wie in Lückerath
gewohnt von den Honoratioren der Stadt Bergisch Gladbach und der Kirchen
am 3.6.1972. Die Pflege und Instandhaltung sowie das Schmücken anlässlich
der Fronleichnamsprozession lag weiter in den Händen der Mitglieder des
HVL . |

3.6.1972, Neuanlage des Ehrenmals in Neuborn

Pfarrer Arntz mit seinen evangelischen Kollegen bei der
Einsegnung,
im Hintergrund der Quartettverein Lückerath |
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In der Mitte der 90 ziger Jahre wurde die Anlage jedoch
nicht mehr gepflegt. Der Heimatverein Lückerath war am Ende und teilte der
Stadt Bergisch Gladbach mit Schreiben vom 24.10.96 mit, dass durch den HVL
keine Pflege des Ehrenmals mehr erfolgt. In diesem Jahr wurde das Ehrenmal
von den Lückerather Familien G. Mäurer und Hebborn gesäubert.
Zwischenzeitlich trafen sich Wolfgang Görgen, Gerhard Ommer und Julius
Blaß um zu beratschlagen, wie das vom Verfall bedrohte Ehrenmal zu retten
sei. Man traf sich mit dem Leiter für die untere Denkmalpflege der Stadt
Bergisch Gladbach, Herrn Stabenow, und dem Landeskonservator aus Bonn,
Herrn Stürmer, am 17.10.1997 am Ehrenmal. Beide bestätigten, dass sich das
Ehrenmal in einem miserablen Zustand befindet und so schnell wie möglich
restauriert werden muss. Beide rieten uns, für das Ehrenmal den Eintrag in
die städtische Denkmalliste zu beantragen.
G. Ommer und J. Blaß setzten sich zusammen und trugen aus ihren privaten
Archiven 79 Anlagen zusammen, die mit dem Antrag auf Eintragung in die
Denkmalliste des Bürgervereins Lückerath am 20.11.97 der Stadtverwaltung
Bergisch Gladbach vorgelegt wurden. Am 11.5.98 benachrichtigte uns die
Stadt, dass der Planungsausschuss am 25.3.98 den Eintrag des Ehrenmals in
die Denkmalliste der Stadt Bergisch Gladbach unter der laufenden Nr. 158
beschlossen hat. Mit gleichem Schreiben wurde uns mitgeteilt, dass die
Stadt sowohl Eigentümer des Ehrenmals als auch des Grundstücks ist , auf
dem es steht ! Durch die Eintragung in die Denkmalliste ist der Erhalt der
Anlage für alle Zukunft gesichert . Den 3 Initiatoren Görgen, Ommer und
Blaß fiel ein Stein vom Herzen. Nun konnte man weitere Schritte zum Erhalt
der Anlage in Angriff nehmen.
Bei einem weiteren Treffen mit den Herren Stabenow und Stürmer am 16.4.98
am Ehrenmal forderten beide die Sanierung schon im laufenden Jahr, da
sonst der Verfall drohe. Gerhard Ommer lud mit Rundschreiben alle
Lückerather Bürger zu einem Treffen am 26.5.98 im Restaurant Am
Fürstenbrünnchen ein, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Die
Veranstaltung war gut besucht und man einigte sich auf den Vorschlag der
Initiatoren, einen gemeinnützigen Verein zu gründen.
Nachdem das Finanzamt nach Studium der vorgelegten Satzung des zu
gründenden Ver-eins die Gemeinnützigkeit zugesprochen hatte, fand am
9.6.1998 die Gründungsversammlung des "Gemeinnützigen Vereins zur
Erhaltung des Kriegerehrenmals Lückerath" im Restaurant Am
Fürstenbrünnchen statt. In den Vorstand wurden gewählt:
Herr Klein-Reckinger, Herr Hoyer, Herr Metzen, Frau D. Müller und als
Beisitzer die Herren Görgen, Ommer und Blaß.
Der Vorstand wurde sofort aktiv. Er holte Kostenvoranschläge für die
Restaurierung ein und verhandelte gleichzeitig mit Herrn Stabenow über
eine finanzielle Beteiligung der Stadt aus ihrem Denkmalfonds.
Die veranschlagten Kosten der Restaurierung des Bildstocks und des Sockels
betrugen insgesamt 15300,-DM. Dem standen Einnahmen aus Vereinsbeiträgen,
einer Straßensammlung in Lückerath, Spenden, Kreissparkasse (Kulturfonds)
sowie der städtischen Beteiligung von 13700,-DM gegenüber. Bis auf
1600,-DM waren also die Restaurierungskosten gedeckt. Dieser Betrag sollte
im folgenden Jahr 1999 aus den Mitgliedsbeiträgen bezahlt werden.
Mit der Restaurierung des Bildstocks mit Sockel wurde die Firma Hartmann
beauftragt und die Firma Richerzhagen aus Refrath bekam den Zuschlag für
die Gedenktafeln.
Die Arbeiten verliefen termingerecht und so konnte schon am 29.5.1999 das
"runderneuerte" Ehrenmal im Beisein von Bürgermeisterin M.T. Opladen durch
den Pfarrer Kern und Pastor Knuth neu eingesegnet werden. |
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Der
Quartettverein Lückerath bildete dabei mit dem Trompeter Stefan Eiden den
musikalischen Beitrag. Im Anschluß an die Einsegnung fand bei herrlichem
Sommerwetter ein gemütliches Beisammmensein aller Lückerather bei Kaffee,
Kuchen und diversen anderen Getränken statt. Die Einnahmen dienten
natürlich der Deckung des Restaurierungsfehlbetrages.
Am 3.6.1999 besuchte dann erstmals unter großer Beteiligung der
Lückerather Bürger die Fronleichnamsprozession aus Heidkamp das
restaurierte Ehrenmal, um hier die heilige Messe zu feiern.
Durch das Zusammenlegen der Pfarrbezirke Heidkamp und Sand im Jahre 2000
unter Pfarrer Kern verändert sich der 3 jährige Turnus der Prozession in
einen 6 jährigen Turnus. So wird aller Voraussicht nach erst im Jahre 2005
die Fronleichnamsprozession nach Lückerath kommen. |
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Der "Kreuzverein"
hat im Augenblick 51 Mitglieder. Neue Mitglieder sind sehr willkommen.
Übrigens: Man kann immer noch spenden und erhält ab einer Höhe von 15 Euro
eine beim Finanzamt absetzbare Spendenbescheinigung.
Einige Mitglieder treffen sich an jedem 1. Samstag eines geraden Monats zu
Säuberung stets um 9 Uhr am Ehrenmal. Hier kann jeder mitmachen wer Lust
und Laune hat - und neue Gesichter sind gerne gesehen. |
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