Die Bürgergemeinschaft



Wir wollen hier eine kleine Serie über die Entstehung und Entwicklung unserer Bürgergemeinschaft von Zeit zu Zeit fortschreiben.

-Kapitel 1-     -Kapitel 2-     -Kapitel 3-     -Kapitel 4-

Vorrangig sind uns natürlich die aktuellen Geschehnisse.

Ein Wort an die Lückerather Neubürger, den Aufnahmeantrag und die Satzung finden Sie auch hier


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Die Bürgergemeinschaft Lückerath 1981-1993

Bei einer Durchsicht des umfangreichen Archivs der Bürgergemeinschaft Lückerath fällt auf, dass sich unser Ortsteil im Hinblick auf die Infrastruktur im oben angegebenen Berichtszeitraum stark verändert hat. Am Fürstenbrünnchen entstand 1987 die Kindertagesstätte Robin Hood, 1992 erfolgte die Gemeindegründung der evangelischen Freikirche der Baptisten Bergisch Gladbach und 1993 wurde mit dem Bau des AWO-Pflegeheims begonnen. Die langwierigen Verhandlungen und Planungen zur Erschließung und Bebauung des Luchsfeldes wurden konsequent weitergeführt.

Trotz dieser bemerkenswerten Veränderungen wurde jedoch sichergestellt, dass sich die Identität unseres Ortsbildes nicht veränderte. Es bestand stets die Gefahr, dass durch angestrebte Veränderungen im Flächennutzungsplan das Industriegebiet von der Sennefelderstraße ausgeweitet würde und ein erheblicher Teil des Güterverkehrs durch unseren Ortsteil geleitet würde.

Am 11.12.1981 fand eine sehr gut besuchte Bürgerversammlung im Gelben Saal der Otto-Hahn-Schulen statt. Der Zwischenbereich der ehemalig selbstständigen Städte Bergisch Gladbach und Bensberg sollte durch einen neuen Flächennutzungsplan gestaltet werden. Dies hätte zu einer neuen Verkehrsregelung geführt, wobei die Sennefelderstraße mit der Saalerstraße/Golfplatzstraße verbunden werden sollte. Wären diese Vorstellungen realisiert worden, hätte dies zu einem erheblichen Verlust an Lebensqualität in unserem Wohngebiet geführt. Der Wohn- und Freizeitwert im Raum Lückerath wäre nachhaltig beeinträchtigt worden. Der Güterverkehr auf LKWs und der damit verbundene Durchgangsverkehr hätte uns in unzumutbarer Weise tangiert. Der Neuborner Busch, der Teil der Grünzone Refrath/Saaler Mühle Hardt ist, wäre zerstückelt worden. Eine von den Mitgliedern der Bürgergemeinschaft einstimmig verabschiedete unmissverständliche Resolution hat offensichtlich mit dazu beigetragen, dass bei den verantwortlichen Planern und Politikern ein Sinneswandel statt fand.

Von Seiten der Mitglieder der Bürgergemeinschaft wurde stets die Meinung vertreten, dass bei Neubauvorhaben und Umbauten die ortsübliche Bebauung berücksichtig wurde, um den besonderen Charakter und die Identität unseres Wohngebietes zu erhalten. Die konsequente Verfolgung dieser Maxime war nicht immer einfach.

Ein in den 80er Jahren viel diskutiertes Thema war die Nutzung der Bahntrasse. Die Stadt Bergisch Gladbach ließ dazu ein Verkehrsgutachten anfertigen, das 300.000DM kostete. Es bestanden Pläne zur Nutzung der Bahntrasse durch einen Spurbus, der von Bergisch Gladbach kommend über die Saaler Mühle zur Kölner Straße führen sollte. Eine Nutzung mit ober-/unterirdischen Teilabschnitten wurde damals schon erwogen.

1987 wurde der Bau einer dreigruppigen Kindertagesstätte vom Elternverein Robin Hood in Lückerath geplant. Zunächst sollte die Anlage An den Braken 7 in unmittelbarer Nähe der Hochspannungsleitungen entstehen. Umfangreiche Expertisen, an denen auch das Bundesgesundheitsamt in Berlin beteiligt war, schlossen jedoch eine mögliche Gesundheitsschädigung durch Strahlen nicht aus. Die Baustelle wurde am 28.1.1988 stillgelegt. An den Braken befand sich für längere Zeit „das größte Loch Lückeraths“. Bei einem Kostenaufwand von 40.000DM wurde die Ausschachtung wieder ausgefüllt und planiert. Als neues Grundstück wurde der heutige Standort Am Fürstenbrünnchen erworben. Aber auch hier traten unerwartende Probleme auf. Man fand Altlasten in Form von Schwermetallen aus der ehemaligen Zinkhütte, die in einem aufwendigen Verfahren ausgekoffert werden mussten. Die Lückerather Bürger wurden über diese Pläne nicht oder nur unzureichend und zu spät informiert. Sie kannten weder das pädagogische Konzept noch die Organisationsstrukturen der Elterninitiative und befürchteten, dass sie hohe Beiträge zahlen müssten, falls überhaupt Plätze für Lückerather Kinder zur Verfügung standen. Lückerath hatte damals circa 3.500 Einwohner. Diese Bedenken sind natürlich heute längst verflogen. Die Kindertagesstätte Robin Hood fügt sich architektonisch sehr gut in das Ortsbild ein und ist sicherlich eine Bereicherung für unseren Ortsteil. Viele Lückerather Kinder (man denke nur an die jungen Familien im Luchsfeld) besuchen diese Einrichtung.

Ein besonderes Highlight war die große Fotoausstellung im Gelben Saal der Otto-Hahn-Schulen am 17. und 18.November 1990: 100 Jahre Lückerath im Bild. Die Herren Julius Blass und Gerhard Ommer hatten diese sehenswerte Ausstellung mit viel Fleiß vorbildlich vorbereitet. Sie wurden dabei von den Lückerather Ortsvereinen unterstützt. Der erste Vorsitzende der Bürgergemeinschaft konnte bei der feierlichen Eröffnung, die musikalisch vom Quartettverein Lückerath gestaltet wurde, zahlreiche Honorationen der Stadt begrüßen. Der Pastor von Heidkamp war von dieser einmaligen Fotoausstellung so begeistert, dass er am Ende der Predigt den Besuchern des Gottesdienstes dringend empfahl diese Ausstellung zu besuchen. (Unter der Rubrik HISTORISCHES sind einige der Fotos zu finden. Anm. d. Red.)

Der Bau des AWO-Pflegeheims mit angeschlossener Tagespflegestätte und einer Einrichtung für Betreutes Wohnen war zunächst sehr umstritten und stand wie der Kölner Stadtanzeiger am 17.3.1993 berichtete „auf des Messers Schneide“. Eine circa 3.000 qm große Fläche musste gerodet werden, es bestanden erhebliche wasserwirtschaftliche Bedenken. Auch die Bürgergemeinschft Lückerath, wurde von der Partei der Grünen aufgefordert, sich gegen den Bau eines Altenwohnheims an der vorgesehenen Stelle einzusetzen. Eine Lösung wurde durch eine aufwendige Überbauung der Flussaue gefunden. Die AWO zahlte 40.000DM als Ausgleichsabgabe. Kaum jemand erinnert sich an die kontroversen Diskussionen, wenn er heute von der Saalerstraße kommend auf dem Weg zum Haupteingang des Pflegeheims den, in den Saaler Mühle See offen fließenden Bach, überquert. Nach kurzer Bauzeit konnten die ersten Bewohner das Heim beziehen. Inzwischen ist die Einrichtung voll ausgebaut und hat einen sehr guten Ruf, wie die langen Wartelisten belegen. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger verbringen dort ihren Lebensabend. „Die AWO“ ist inzwischen fester Bestandteil unseres Wohngebietes. Die Bewohner erfreuen sich - soweit sie noch mobil sind – an dem schönen Umfeld mit seinem hohen Freizeitwert. Bei Spaziergängen auf dem Lückerather Anger oder um den Saaler Mühle See begegnet man immer wieder Spaziergängern und Senioren in ihren Rollstühlen oder Rollatoren.  Das alljährlich stattfindende Sommerfest der AWO ist auch ein fester Termin für viele Lückerather, die zum Teil auch ein Ehrenamt in dieser Einrichtung ausüben. Besondere Verdienste erwirbt sich dabei ein Ehepaar aus dem Pützchen. Auch wenn einige unmittelbare Anwohner von den Lärmemissionen betroffen sind – in einem Fall musste sogar eine Schutzmauer errichtet werden -  kann man doch behaupten, dass das AWO-Pflegeheim unseren Wohnbereich positiv verändert hat und dass die Begegnung mit seinen Bewohnern für viele eine Bereicherung ist.

Ein großes Problem ergab sich für alle Städte und Kommunen, als Quoten für die Unterbringung und Betreuung von Asylanten und Flüchtlingen aus dem ehemaligen Jugoslawien festgelegt wurden. Auch Bergisch Gladbach war 1992 davon betroffen. Als ein Standort wurde der Bahndamm Am Pützchen festgelegt. Ganze Familien wurden in ausrangierten Eisenbahnwaggons untergebracht. Die sanitären Verhältnisse waren katastrophal. Die Bewohner der Siedlung Am Pützchen erinnern sich sehr ungern daran. Ihr energischer Protest, verbunden mit Lösungsvorschlägen für eine anderwärtige Unterbringung, die auch von der Bürgergemeinschaft Lückerath beendete diese Phase.

1993 sollte auf dem Gelände des heutigen Betsaals der Baptisten ein Jugendfreizeitzentrum der Naturfreunde errichtet werden. Als Flop erwies sich ein Bolzplatz, der von der Stadt unter der Hochspannung im Neuborner Busch angelegt wurde. Es fand keine Abstimmung mit den Bewohnern unseres Ortsteils und seinen Repräsentanten statt. Der Platz war von keiner Seite einzusehen und wurde von der Jugend Lückeraths nicht angenommen.

Ein stets wiederkehrendes Problem war die Bedrohung Altlückeraths bei plötzlich einsetzenden Starkregen. Die Bewohner dieses Gebietes und die Vertreter der Bürgergemeinschaft mussten immer wieder bei den zuständigen Ämtern vorstellig werden, um notwendige Instandhaltungs- und Ausbesserungsmaßnahmen am Bachbett und den Uferbefestigungen anzumahnen. Mehr als einmal drohte „landunter“.

Seit der Gemeindegründung 1992 der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde der Baptisten ist die Zahl der Mitglieder, Kinder und Freunde innerhalb von 10 Jahren auf circa 100 gewachsen. Die ersten Gottesdienste wurden in Refrath in der Alten Taufkirche abgehalten. Bei der Suche nach einem geeigneten Grundstück für ein eigenes Gemeindezentrum sollten sie 1997 in Lückerath fündig werden.

Einmal wieherte der Amtsschimmel sogar von Brüssel bis nach Lückerath. Als die Zahl der Eichelhäher Ende der 80er Jahre erschreckend zunahm und immer mehr Singvögel ausblieben, wurde von den zuständigen Ämtern mitgeteilt, dass Abschüsse nicht in Frage kämen, weil  die Zahl der Eichelhäher in Lückerath deutlich unter der von den europäischen Behörden festgesetzten Norm liege.

Die Bürgergemeinschaft verfolgte jedoch nicht nur kommunal-politische Belange. Das jährliche Grillfest auf dem Gebiet des Schäferhundeplatzes wurde stets von vielen Lückerathern besucht. Besonders beliebt waren die Spiele und Aktivitäten für die Kinder und Jugendlichen. Viele Mitglieder der Bürgergemeinschaft nahmen an den Wanderungen, die einmal im Jahr stattfanden, teil. Häufig führten diese Wanderungen durch die abwechslungsreiche unmittelbare Umgebung. Anschließend wurde in einer Gaststätte oder im Naturfreundehaus eingekehrt. Viele erinnern sich noch an die Winterwanderung 1988 bei -15°C. Einige Mitglieder konnten diese Wanderung durch die Hardt allerdings nur überstehen, weil die Körpertemperatur in regelmäßigen Abständen durch prozentual entsprechend dosierte Getränke erhöht wurde. Ein Säugling zog sich jedoch Erfierungen zu, die später ärztlich behandelt werden mussten.

Viele Lückerather Bürger erinnern sich noch an Herrn Wolfgang Runge, der viele Jahre in der Bürgergemeinschaft als Vorsitzender und Beisitzer aktiv war. In Bremen geboren fand er nach den Wirren des Zweiten Weltkrieges, in dem er sich eine lebensgefährliche Verletzung zuzog, in Lückerath eine neue Heimat. Wenn man von ihm sprach, sprach man respektvoll vom „Schwarzen Patriarchen“. Er setzte sich vorbildlich für die Belange Lückeraths ein und hat sich für unser Wohngebiet in besonderer Weise verdient gemacht. Aus diesem Grund wurde er auch zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Vielen älteren Mitgliedern der Bürgergemeinschaft ist noch sein häufig wiederholter Ausspruch bekannt, in dem er sich bei Problemen auf die Lösungsansätze der einzelnen Parteien bezog: „Im Milchbornbach kann das Wasser schwarz, rot oder blaugelb fließen – hier geht es um die Interessen Lückeraths.“

Wolfgang Müller war von 1981 bis 1993 erster Vorsitzender der Bürgergemeinschaft Lückerath.

Wolfgang Müller, August 2003


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 Die wilden 70er

„Lückerather Bürger hatten Erfolg, die Querspange wird gestrichen“ so titelte der KStA am 23.06.74. und damit war der Plan, die Frankenforststr., heute Senefelderstr., bis zur Straße Am Fürstenbrünnchen zu verlängern, erledigt. Wieder einmal hatte sich gezeigt, was sich mit einer Bürgerversammlung erreichen lässt.

Ab dem 19.06.75 wurde Herr Wolfgang Runge, inzwischen leider verstorben, 1. Vorsitzender unserer Bürgergemeinschaft. Wegen seiner großen Verdienste sollte er später zum Ehrenvorsitzenden ernannt werden.

In diese Zeit fiel ein Plan, im damaligen „Hotel Fürstenbrünnchen“ ein Dirnenwohnheim einzurichten. Gegen dieses Vorhaben wurden 313 Unterschriften eingeholt und entsprechend verwendet. Ich erinnere mich noch sehr lebhaft an diese Aktion und die Begebenheiten bei dem Einholen der Unterschriften. So mancher ehrbare Bürger ließ hier seinen Phantasien freien Lauf. Die Palette der Meinungen ging von „die müssen doch auch irgendwo schlafen“ bis zu „das ist doch eine sittliche Gefährdung“. Übrigens: Das Vorhaben ist gescheitert.

In 1977 fand eine große Bürgerversammlung statt, bei der sich die Bevölkerung für die Erhaltung des Lückerather Waldes einsetzte, um so der Ausdehnung des Gewerbegebietes nach Süden hin Einhalt zu gebieten.

Ein weiteres Thema dieser Tage war die Klage über die Zunahme des Straßenverkehrs wegen der Inbetriebnahme des Wellenbades Saaler Mühle. (Was sind wir doch alle duldsam geworden, wenn wir das Wellenbad in einen Vergleich setzen zur heutigen Mediterana).

Ebenfalls im Jahre 1977 fand erstmals unter Federführung und Beteiligung unserer Gemeinschaft die Aktion Frühjahrsputz in unserem Bereich statt. Der Erfolg war riesig. Damals stellte die Stadt als „Lohn“ noch Eintopf und Süßigkeiten für die Kinder zur Verfügung.

Und noch eine Bürgerversammlung fand statt, Thema: Schiffsbau auf einem Grundstück am Lückerather Weg. In der Tat sollte ein Schiff aus Beton dort gebaut werden in den Maßen 13 Meter lang und 4 Meter breit. Auch dies wurde verhindert.

Der Schäferhundeplatz ist schon damals dem Verein gegenüber gekündigt worden. Dieses Vorhaben konnte mit unserer Unterstützung rückgängig gemacht werden.

In diese Zeit fiel auch ein Plan, im Bereich der historischen Quelle Fürstenbrünnchen einen forstbotanischen Garten mit Eislauffläche, Schachbrett in Großformat, Fahrradbahn und eine Kleingolfanlage zu errichten. Nicht alle Pläne werden eben verwirklicht.

Ein anderer Brauch wurde 1977 geboren und dieser hat sich bis zumindest bis 2003 erhalten: Das Grillfest auf dem Platz der Schäferhundfreunde am Fürstenbrünnchen.

Damals gab es schon Gutscheine für Würstchen und Getränke und das bei einem Monatsbeitrag von 0,50 DM.

Wolfgang Görgen, April 2003



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Anfang der 70er
 

Einige Punkte aus den Jahren 1969 bis 1971 sind es sicher wert, hier nochmals in Erinnerung gerufen zu werden:

- es gab eine sehr ausgedehnte Diskussion in der Frage. ob Lückerath Gas bekommen soll oder nicht.

- der Vorstand wurde schriftlich gebeten, sich für die Fusion der Sportvereine SC 27 und Jan Wellem zu verwenden.

- im Mai 1971 sollte ein Hubschrauberlandeplatz auf der heutigen „Pferdewiese“ eingerichtet werden.

- ebenfalls 1971 wurde eine Schule für Lückerath abgelehnt. Begründung: Die damals erforderliche Zahl von 152 Kindern wurde nicht erreicht, es waren nur 50.

- das Thema „Busse nach Lückerath“ war auch in diesen Jahren ein aktuelles Thema.

- im Mai 1971 stimmten unsere Mitglieder für eine Fusion der Städte Bergisch Gladbach und Bensberg. Eine der Begründungen: Für Köln sind wir so „unverdaulich“.

Die Arbeit der Bürgergemeinschaft war im Jahre 1973 wesentlich geprägt von der Aufgabe, die Ausdehnung des Gewerbegebietes Zinkhütte nach Süden hin zu verhindern. Zur Erreichung dieses Zieles wurden 1033 Unterschriften gesammelt und als Argumentationshilfe entsprechend verwendet.

Der KStA. schrieb dazu am 13.09.73: “Wo Professor Böhm vor vier Jahren noch Hochhäuser bis zu 18 Stockwerken plante, soll jetzt Gewerbegebiet hin“.

Im Jahre 1973 wurde an Herrn Stadtverordneten Bens das Bundesverdienstkreuz verliehen. Auch in diesem Punkt hat die Bürgergemeinschaft immer wieder „nachgehakt“.

Auch damals schon war die Regulierung des Milchbornbaches ein drängendes Problem. Wenn alle Zusagen eingehalten werden, wird mit der Erweiterung des Kanals im Lückerather Weg und einem Inliner, der nach Westen führt, die vorerst letzte Maßnahme zu diesem Thema noch 2002 ergriffen. Das wären dann Bemühungen über 30 Jahre. Gab es da nicht schon mal was 30jähriges?

Hoffen wir gemeinsam, dass der vom Wetter her bedingte Ernstfall für Lückerath nie als Test für die Funktionalität von Bach und Kanal eintritt 

Wolfgang Görgen, August 2002



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Böhm-Plan und Dolomitabbau

 

Leider schon sehr früh musste unser Vorsitzender, Herr Alfred Heider, aus gesundheitlichen Gründen den Vorsitz abgeben.

Als Nachfolger konnte Herr Otto Käß gewonnen werden. Er wohnte an der Ecke Ahornweg – Am Birkenbusch. Er war von Beruf Kriminalbeamter und die Lokalpresse titelte damals: „Kripo-Chef wird Vereinsboss“.

Der Zuständigkeitsbereich der Bürgergemeinschaft war damals erheblich weiter gefasst. Die Grenze reichte bis an die Richard-Zanders-Str. und den Lerbacher Weg.

    Damals haben wir den Entschluss gefasst:

    Fest steht:

    Unsere Absicht besteht unverändert: 
 

Wir wollten uns einmischen.

Wir haben uns eingemischt.

Wir werden uns weiter einmischen.
 

Am 31.09.69 berichtete die BLZ über einen Planentwurf von Prof. Böhm. Nach diesem Böhm-Plan sollten in dem Zwischenbereich zwischen Bensberg und Bergisch Gladbach ca. 20.000 Menschen angesiedelt werden.

Im März 69 berichtete die Presse darüber, dass im Bereich der heutigen Grube Cox Dolomit von allerhöchster Reinheit gefunden würde, ausreichend selbst zur Erzeugung von Spiegelglas.

Diese beiden Großereignisse, Böhm-Plan und Dolomitabbau, waren für einige Zeit die bestimmenden Themen in der Vereinsarbeit.

Dem Thema Dolomit hat sich der damalige langjährige Geschäftsführer, Herr Helmut Miericke, mit enormem Fachwissen und großer Hingabe gewidmet. In einem Protokoll vom 05.06.69 ist zu lesen, dass er in vielseitigen Schreiben vor der Salamitaktik bei den Genehmigungen zum Abbau gewarnt hat.
Er hat weiter vor der Grundwasserabsenkung in unserem Gebiet gewarnt und bei der zuständigen Behörde vielfach auf die Notwendigkleit hingewiesen, darauf zu achten, dass entsprechende Geldmittel für eine spätere Rekultivierung bzw. Renaturalisierung von dem Betreiber des Dolomitabbaus hinterlegt würden. Dass diese Forderungen notwendig waren, hat sich immer wieder bestätigt.
(Ob das hinterlegte Geld wohl restlos für den entsprechenden Zweck verwendet wurde?)

Das Thema Dolomit hat uns über viele Jahre „begleitet“. Auch bei unserer Vorstandssitzung am 03.07.2002 sollte es wieder Diskussionspunkt sein.

Wolfgang Görgen, Mai 2002


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So begann es mit unserer Bürgergemeinschaft
 

Zu Beginn des Jahres 1968 trafen sich einige Lückerather Bürger weil sie der Meinung waren, sich aktiv in das Geschehen um unseren Wohnbereich einmischen zu sollen.

Am 01.07.68 trafen sich ca. 20 Lückerather Bürger und beschlossen, eine Bürgergemeinschaft zu gründen.

Bereits im Oktober 68 fand die erste öffentliche Bürgerversammlung in der Gaststätte Queren (heute Zur alten Stadtgrenze) statt. Bei dieser Versammlung traten spontan ca. 30 Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinschaft bei. Wir hatten nun schon 50 Mitglieder.

Natürlich wurde ein Vorstand gewählt und diesem gehörten an:

1. Vorsitzender         Alfred Heider,

2. Vorsitzender         Herbert Milbradt,

3. Vorsitzender         Anton Rechmann,

Schatzmeister          Hubert Muhrmann,

Schriftführer             Wolfgang Görgen

Beisitzer                    Willi Fink, Otto Nestler und Helmut Below.

Beratendes Mitglied war Hermann Bens.

Themen dieser Bürgerversammlung waren u.a.:

Dolomitabbau (heutige Grube Cox), Verlegung des Kriegerehrenmals (von der Kreuzung an seinen jetzigen Platz), Verbreiterung der Straße Am Fürstenbrünnchen, Bürgersteige für den Lückerather Weg, Schulbusse für Lückerath, Beerdigung von Nichtkatholiken auf dem Friedhof in Heidkamp.

Das ist jetzt 34 Jahre her. Erscheinen nicht manche Themen ein wenig wie aus grauer Vorzeit?

Wolfgang Görgen, April 2002

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