Nistkästen für Meisen im Lückerather Anger

 

 

 

Endlich hängen sie, die Nistkästen für Meisen, die im Bereich des Lückerather Angers aufgehängt werden sollten. Noch rechtzeitig vor Brutbeginn hat die Arbeitsgruppe für „Basteln mit Holz“ der Werkstatt für Behinderte Leverkusen/Rhein-Berg aus Refrath die von der Bürgergemeinschaft in Auftrag gegebenen Kästen fertig gestellt.

Unter Anleitung des Försters, Herrn Frohn, und unter tatkräftiger und begeisterter Mithilfe der Bastelgruppe und ihrer Leiter/In, wurden zunächst die entsprechenden

Plätze für die Kästen ausgesucht und dann wurden diese „fachgerecht“ befestigt. Es war wunderschön, die Freude der jungen Leute bei dieser sinnvollen Tätigkeit zu sehen und zu spüren. Diese Freude übertrug sich auch auf die anwesenden Vorstandsmitglieder der Bürgergemeinschaft und die beteiligten Bürger/Innen.

Wenn jetzt noch die Meisen unsere Begeisterung teilen, ist die Freude vollkommen. Die jungen Handwerker haben übrigens versprochen, sich davon bei Gelegenheit zu überzeugen.

Eine schöne Überraschung gab es nach vollendeter Arbeit. Herr Willibert Krüger hatte 8 große Reisetaschen, prall gefüllt mit Firmenprodukten, zu Verfügung gestellt. Diese wurden an die Mitglieder der Behindertenwerkstatt durch Herrn Hinterecker verteilt.

Wolfgang Görgen, 15.03.03


Werkstattschüler waren aus dem Häuschen

Behinderte bastelten acht Kästen für Vögel und montierten sie an Bäumen

Stolz übergaben Behinderte der Werkstattschule Bergisch Gladbach dem Bürgerverein acht selbst gebaute Nistkästen.

VON JULIA SIEBEN

LÜCKERATH - Begeistert von ihren Ergebnissen waren gestern Nachmittag sechs Jugendliche der Werkstattschule als sie bei herrlichem Sonnenschein ihre Nistkästen in den Bäumen des Lückerather Angers aufhängen durften. "Ihr müsst unbedingt darauf achten, dass die Kästen nach Südost ausgerichtet sind", erklärte der Bergisch Gladbacher Förster Helmut Frohn den sechs jungen Leuten, die es kaum erwarten konnten, den Vögeln ein Schlupfloch zu geben. "Würden die Einfluglöcher zur Wetterseite zeigen, flöge da keine Meise rein", erklärte Frohn, der von den selbst gemachten Holz-Häuschen begeistert war. Die meisten Nistkästen bestünden heutzutage aus einer Holz-Beton-Mischung. "Damit der Specht daran nicht rumhämmert", erklärt der Vogel-Freund. Wolfgang Görgen, Vorsitzender des Bürgervereins Lückerath, findet die Idee sehr schön, die Bepflanzung des Lückerather Angers, der im Herbst vergangenen Jahres fertig gestellt wurde, durch die selbst gebauten Nistkästen zu vervollständigen. Als er erfuhr, dass es in der "Werkstattschule für Behinderte" eine Arbeitsgemeinschaft fürs Basteln mit Holz gibt, bat er sie, einige Kästen zu bauen.

   Beatrix Tschech und Ulrich Erxleben betreuen den "Kreativbereich" in der Werkstattschule. Hauptsächlich sind die Behinderten täglich damit beschäftigt, Produkte von örtlichen Firmen zu verpacken und zu kommissionieren. Um ihnen einen Freizeitausgleich zu schaffen, bietet die Schule den 200 Behinderten, die im Moment die Werkstatt besuchen, unterschiedliche Aktivitäten an. So gibt es neben der Holzgruppe, die an drei Nachmittagen die Nistkästen gebaut hatte, 17 weitere Angebote: Kochen, Wandern Töpfern sind nur eine Auswahl der vielfältigen Aktivitäten. Mit Förster Frohn waren die Behinderten schon oft im Wald unterwegs. Beim Anblick eines Schülers, der auf einer Leiter an den Baum gelehnt steht, freut sich Beatrix Tschech: "Sie sind ganz aufgedreht, weil sie die Kästen selbst aufhängen dürfen. Ihr Selbstwertgefühl wird durch Aktivitäten wie diese enorm gesteigert." Für Vogelfreunde hatte Förster Frohn noch einige Tipps auf Lager: Die beste Zeit zum Aufhängen der Nistkästen seien eigentlich die Wintermonate. "Dann bereits fangen die Meisen an, nach einem Revier zu suchen", erklärt Frohn. Die im Bergischen Land sehr verbreiteten Meisen seien unterschiedlich groß. "Man muss also auf die Größe des Fluglochs achten. Die Kohlmeise beispielsweise braucht eine sehr große Öffnung", erklärt der Kenner. Die Nistkästen sollten möglichst aus unbehandeltem Holz gefertigt werden. Der Abstand zwischen den Nistplätzen sollte groß genug sein. "Sonst fressen sich die Höhlenbrüter gegenseitig das Futter weg", prophezeite der Förster.

Kölner Stadtanzeiger, 14.März 2003