Einweihung und Pflanzaktion

   

(Bei der großen Anzahl von Fotos kann sich der Bildaufbau etwas verzögern.
Die Qualität leidet unter der Komprimierung, um Ihre Zeit und Kosten zu sparen.
Wer sich trotzdem erkennt, bekommt ein Foto auch gern von mir ausgedruckt.)

 

 


Hier ein streaming Video
von den "Arbeiten"

(2.436 KB)
 

 

Und hier sollen die ganzen Bäume hin???
 


Der erste Baum wird gepflanzt...
 



...und alles wird von der Presse
genau dokumentiert

Aber nicht nur die Presse war da, sondern die Lückerather erschienen auch recht zahlreich.

Bei soviel Andrang glaubt man kaum,

daß am Nachmittag noch Bäume übrig waren
 

Als die "Familien"-Bäume am Anger erst gesetzt waren, lockte schließlich die versprochene Stärkung.

(16. November 2002)


Hier die Pressestimmen zum "Großen Ereignis"

Ein neuer Park lädt zum Flanieren ein

VON CORNELIA LÜCKENBACH, Kölner Stadt-Anzeiger, 18.11.2002

Die Koppel wird zur Parkoase

von GUIDO WAGNER, Bergische Landeszeitung, 18.11.2002


Am Samstag setzten Lückerather Bürger ihren persönlichen Obstbaum auf ihrem Dorfanger. Die entstehende Obstwiese ist ein Projekt der lokalen Agenda 21.
 

Projekt der Agenda 21: Bürger pflanzen 100 Bäume auf Anger
Bergisch Gladbach - Mit Spaten, Gummistiefeln und Fotoapparaten ausgerüstet kamen zahlreiche Bewohner aus Lückerath, um Äpfel-, Kirsch-, Birnen- und Zwetschgenbäume zu pflanzen. Pünktlich zum ersten Spatenstich von Bürgermeisterin Maria Theresia Opladen und Willibert Krüger, Chef der nahe gelegenen Instantwerke, hörte der Regen auf.

Die ehemalige Pferdewiese südlich der Straße Am Fürstenbrünnchen wird als Ausgleich für die Erweiterung der Krüger-Werke aufgewertet. Vor zwei Jahren wurde das Projekt „Planungswerkstatt Lückerath“ geboren. Wolfgang Görgen vom Bürgerverein Lückerath, der städtische Agenda-Beauftragter Carsten Mai und Willibert Krüger entwickelten ein Zukunftsmodell für den Stadtteil Lückerath.

Das Ergebnis ist ein Erholungspark für die Anwohner. „Der Dialog zwischen Industrie, Politik und Bürgern ist sehr wichtig“, findet Willibert Krüger. Nach anfänglichem Widerstand des Bürgervereins gegen die Erweiterung der Krüger-Werke war der Park als Ausgleich am Ende beschlossene Sache.

Allerdings wurden bei der Pflanzaktion auch kritische Stimmen laut. Ende der 80er Jahre war vor einem Verzehr bestimmter Gemüsesorten aus dem Bereich der ehemaligen „Zinkhütte“ gewarnt worden, weil erhöhte Schwermetallgehalte gemessen worden waren. Nun wurde am Rande der Aktion die Frage gestellt, ob es richtig sei, ausgerechnet hier Obstbäume anzupflanzen.

  „Seit zwei Monaten arbeiten Landschaftsgärtner bereits an dem Projekt. Wir haben einen geschwungenen Weg angelegt, 60 Eichen gepflanzt und werden mit Hilfe der Bürger noch 100 Obstbäume in die Erde bringen“, erklärte Henrik Dietz, Mitarbeiter eines Garten- und Landschaftsbauunternehmen. Viele Anwohner kamen der Aufforderung nach, eine Partnerschaft für die Bäume zu übernehmen. Der 14-jährige Sebastian Bianchini pflanzte seinen Kirschbaum für seine Großeltern: „Wenn meine Oma und mein Opa eines Tages sterben werden, habe ich eine Stelle, an der ich ihrer gedenken kann, da sie selber in Australien begraben werden.“ Für ihn selbst hat der Park aber einen weiteren Zweck. „Auf den Wegen werde ich öfters Fahrrad fahren.“

Hans Hubert Muhrmann ist froh, ein Naherholungsgebiet direkt vor der Haustür zu haben: „Auch ältere Menschen haben hier die Möglichkeit spazieren zu gehen, sich auf eine Parkbank zu setzen und zu klönen.“ Jung und Alt krempeln gemeinsam die Ärmel hoch und packen mit an. Die Aktion soll ein zukunftsweisendes Zeichen sein. „Der gepflanzte Baum wird nicht nur uns begleiten, sondern auch unsere Kinder und Enkel“, so Bürgermeisterin Opladen.

Viele Anwohner verbinden ihren Baum mit der Zukunft. Udo Meurer ist einer von ihnen: „Ich pflanze den Baum unter anderem für meine Tochter Julia, die die Zukunft darstellt.“ Nach getaner Arbeit warteten Erbsensuppe, Kölsch und Kinderpunsch auf die Pflanzer. Für den Vorsitzenden des Bürgervereins, Wolfgang Görgen, ist wichtig: „Wir packen nicht nur gemeinsam an, sondern treffen uns auch hinterher, um miteinander zu reden.“ Viele Bewohner des Stadtteils werden sich künftig in ihrem Park, der auf den Namen „Lückerather Anger“ getauft wurde, treffen

LÜCKERATH. Mit Elan und Spaten klopft Heike Müller die Erde rund um den Stamm fest. Fertig.
Das Apfelbäumchen sitzt fest im Boden.
Eltern und Großmutter spenden Applaus.
So wie die Verwaltungsangestellte griffen am Samstag über 150 Bürger zu Schaufel und Spaten, um mit der Pflanzung von 100 Obstbäumen aus der ehemaligen Lückerather Pferdewiese eine Streuobstwiese mit Waldsaum zu machen - eine naturnahe Parkanlage für Groß und Klein.

Auf den Weg gebracht hat das Projekt "Lückerather Anger" vor zwei Jahren die Planungswerkstatt Lückerath, die im Rahmen der "Agenda 21" gegründet wurde, zusammen mit der "Bürgergemeinschaft Bergisch Gladbach, Raum Lückerath".

So krempelten denn auch am Samstag zunächst Bürgermeisterin Maria Theresia Opladen und Bürgergemeinschaftsvorsitzender Wolfgang Görgen die Ärmel hoch. Mit Spaten dabei auch Unternehmer Willibert Krüger, der die Setzlinge des Anger-Projekts als Ausgleichsmaßnahme für den Bau eines neuen Hochregallagers in der Nachbarschaft finanzierte.

Als "zukunftsweisendes Zeichen" für ein "Stück nachhaltiger Heimat" wertete Bürgermeisterin Opladen die Initiative der Lückerather und Freunde des neuen Park-Kleinods, während Krüger an seine Unternehmerkollegen appellierte, auf einen offenen Dialog mit Bürgern und Politik, sowie einen "vernünftigen" Ausgleich zu bauen.
"Wenn wir hier nicht dieses Projekt umgesetzt hätten, wären an dieser Stelle sicher einmal Häuser gebaut worden", sagte Görgen und ließ die Bürgermeisterin ein Straßenschild zum neuen "Lückerather Anger" enthüllen. Derweil bemühte sich der fünfjährige Felix, die von den Honoratioren begonnene Kirschbaumpflanzung zu vollenden. Warum? "Na, mein Papa hat einen Chef, und das ist die Bürgermeisterin", erklärt der Fünfjährige, um gleich darauf mit Freund Louis die Pflanzung eines weiteren "eigenen" Baums in Angriff zu nehmen.

 

Unter dem Lutherschen Leitmotiv "Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute einen Apfelbaum pflanzen" verbanden viele Bürger sehr persönliche Gedanken mit dem Griff zu Spaten und Apfel-, Birnen-, Kirsch- oder Zwetschgenbaum: "Mein Baum steht für das Werden und das Vergehen -meiner Frau und meiner jungen Tochter" sagte Udo Meurer nachdenklich, während sich die schwangere Tanja Kolter mit ihrem Mann Ulrich und Schwiegereltern bereits darauf freut, wenn der Nachwuchs den soeben gepflanzten Familienbaum selbst in Augenschein nehmen kann.

Neben einem Erholungsraum für die Anwohner, darunter auch die Bewohner des nahen Seniorenheims, soll der Lückerather Anger auch Tieren ein Refugium bieten. Die Randbereiche werden dafür als Schutz- und Ruhezonen bepflanzt. Froh war auch der städtische Agenda-21- Beauftragte Carsten Mai über das erste "praktische Ergebnis" des 1998 in Bergisch Gladbach gestarteten Agenda-Prozesses. "Ich bin begeistert, dass so viele Bürger das Angebot angenommen haben, 'ihre' Wiese zu pflanzen", sagte Mai und betonte, dass die Pflege der Anlage gleichwohl von der Stadt getragen werde. Vielleicht werde man sogar im Herbst eine Schafherde über die Wildblumenwiese schicken können, so Mai.

Als nächstes werde noch eine Rahmenrandbepflanzung aus Laubgehölzen und Sträuchern angelegt, erklärte Landschaftsarchitekt Stephan Muthig, der den Park mit Spazierwegen, Streuobstwiese, Bänken und Sitzpilzen nach Entwürfen der Bürger plante. Im Sommer 2003 soll die Anlage fertig sein. Dann wollen auch Imker ihre Arbeit hier vorstellen. Bereits am Samstag lud ein anderer Anrainer ein: Im Vereinsheim des Schäferhundevereins gab´s Erbsensuppe, Kölsch und Kinderpunsch für die Baumpflanzer.

 


Stadt gibt Entwarnung

Obst, das von den gerade frisch gepflanzten Bäumen im neuen Lückerather Bürgerpark stammt, könnte später durchaus auch verzehrt werden. Dies teilte gestern die Stadtverwaltung mit, nachdem einige Anlieger nachgefragt hatten. Denn Ende der 80er Jahre hatte die Kreisverwaltung vor dem Verzehr von einigen Gemüsesorten aus dem Gelände der ehemaligen Zinkhütte gewarnt. Der Schwermetallgehalt des Bodens sei zu hoch, hieß es damals. Dabei handelte es sich um Blei, Cadmium, Quecksilber und Zink.

Dennoch sieht die Stadt jetzt "keinerlei Gefährdungspotential", wie ihr Pressesprecher Peter Schlösser gestern auf Anfrage mitteilte. Natürlich habe man vor der Anpflanzung gewusst, dass die Bäume in belasteten Boden gesetzt werden. Aber erstens habe der neue Park lediglich landschaftspflegerischen Charakter, diene also nicht zur Obstproduktion. Und zweitens sei Vorsicht nur bei bestimmten Gemüsesorten wie Spinat, Petersilie, Blattsalat, Möhren und Sellerie geboten.

(ew)
Kölner Stadtanzeiger, 19.11.2002

     

Gladbacher Ortsteil Lückerath bekommt einen neuen Park

Lückerath (cg) – „Lückerather Anger“: das ist nun der offizielle Name des neuen Parks in Lückerath. Er ist das Ergebnis einer beispielhaften Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaft und Bürgerschaft. In diesem Fall waren es die Bürgerinnen und Bürger von Lückerath, die sich eine große Fläche Natur erhalten wollten und sich dafür stark machten. In Zusammenarbeit mit der städtischen Lokalen Agenda 21 und der Firma Krüger (vertreten durch Herrn Willibert Krüger und seinen Sohn Marc), die sich durch den Ausbau ihres Fertigungsgeländes verpflichtet hatten, einen Ausgleich zu schaffen, entstand nun der „Lückerather Anger“, auf dem die Bürgerinnen und Bürger selbst ein Bäumchen pflanzen konnten. Da wurde fleißig gearbeitet und geschaufelt, bis 100 junge Obst- und Laubbäume (gestellt von der Firma Krüger) ihren Platz gefunden hatten.

Bergisches Handelsblatt, 27.11.2002


In dem „Mühlenblatt“, der Hauszeitung des Seniorenzentrums Saaler Mühle, fand ich folgenden Artikel, den die Bewohnerin Frau Charlotte Claus, verfasst hat.

Wolfgang Görgen, 10.01.2003

 Der neue Park in Lückerath

Am 16. November wurde der Park im Gebiet der alten Pferdewiese eröffnet. Ich hatte mir vorgenommen, dort zu erscheinen. Es war ein trüber Tag, trotzdem ging ich mit Frau Förder los. Am Park angekommen, warteten schon viele Leute. Plötzlich erschien Frau Bürgermeisterin, sie weihte einen Apfelbaum ein.

Wir standen an einem verhüllten Schild und waren alle gespannt, was da wohl drunter war. Jetzt endlich kam die Enthüllung. AAAHHH! Ging es durch die Menge.

„Lückerather Anger“ – so heißt nun der neue Park.

Aber zunächst ging es ans Pflanzen. Viele fleißige Hände hatten schon vorgearbeitet.

Ich bat Frau Förder, mich doch mal zu dem Baum zu begleiten. Ich wollte doch auch Erde auf die Baumwurzeln geben. Bald stand das Bäumchen, auch mit Herrn Loewens und Herrn Schmidts Hilfe fest in der Erde. Herr Loewens stampfte noch ein bisschen die Erde mit den Füßen fest. Es war allen eine Freude.

Da es ganz hässlich kalt war, gingen wir los, um unsere Erbsensuppe zu essen. Alles drängte sich schon zum Schmaus. Ich kippte noch ein Bier nach. Es war einfach ein schöner Tag. Von nun an nehme ich auf meinem Spaziergang immer eine Flasche Leitungswasser mit, um meinen Baum etwas zu gießen.